Gedenktafel in der Schlosskapelle Schloss Weißenstein

Ende Mai 2022 wurde im Angedenken an die sechzig Opfer des Zwangswohnheimes im Schloss Weißenstein während der Jahre 1941 und 1942 im Schloss Weißenstein eine Gedenktafel in der Schlosskapelle enthüllt.

Auf dieser Tafel sind alle sechzig Namen der Opfer mit ihren Lebensdaten, eine persönliche Zeile der Familie Kage sowie ein siebenarmiger Menora-Leuchter abgebildet.

Die Tafel ist von Oliver Kage und der Familie grafisch gestaltet worden.
Die bewusst mit einer farbigen und geschwungenen Schrift gestaltete Tafel soll in dieser grafisch gewählten Form das Leben der sechzig Menschen im wahrsten Sinne beleuchten und sichtbar machen. Ihr Leben soll lebendig gehalten und die zeitliche und menschliche Distanz zu ihnen aufgehoben werden.

Die als bildliches Symbol gewählte Menora ist eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums und steht in diesem Zusammenhang für die Schöpfung, die Erleuchtung und Einsicht und das Leben. Es soll in Verbindung mit der Gedenktafel zudem die Verbindung zum heutigen vielfältigen jüdischen Leben und Glauben ziehen.

Der Familie Kage war es seit jeher wichtig, ihr Haus und die Schlosskapelle als offenes Haus einer gelebten Toleranz und belebten Vielfalt öffentlich zugänglich zu machen.
Nur in dieser Weise sieht die Familie Kage einen hoffnungsvollen Weg in ihre eigene Zukunft und in eine lebenswerte Zukunft der Menschen an sich- in Frieden und in demokratischer Freiheit.

Ganz bewusst möchte sie daher in diesem gewählten Rahmen und dieser speziellen Umsetzung das Gedenken mit der Gegenwart und Zukunft eng verwoben sehen.
Ninja-N. Kage sagte hierzu innerhalb der Gedenkveranstaltung Ende Mai 2023:

"… unser aller Familiengeschichten sind oftmals eng mit unseren heutigen Lebensgeschichten verwoben.
Sie beeinflussen manches Mal unsere Entscheidungen, und unsere heutigen Entscheidungen können (auch im Kleinen) jeden Tag positive Veränderungen bewirken.

Indem wir uns erinnern, Mitgefühl und Menschlichkeit zeigen, indem wir wachsam sind und vorausschauend handeln - und dieses Handeln in die Zukunft tragen.
Linda Auerbacher riet einmal dazu sich kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Das nehmen wir uns in der Familie seit jeher zu Herzen - mit feinfühligen Begegnungen und einem gelebten offenen und vielfältigen Miteinander in unserem Hause.

Und wir hoffen inständig, dass sich hierdurch die dunklen Schatten der Vergangenheit dieses Teils der Geschichte des Hauses nach und nach lichten konnten und auch noch zukünftig weiter lichten wird. Die Erinnerung an die Opfer dieser Geschichte wird hierbei immer als mahnendes Symbol und Symbol des notwendigen täglichen Kampfes für die gegenwärtige und zukünftige Verteidigung unserer demokratischen Werte lebendig bleiben."

Die Tafel ist bei jeder Führung, unterschiedlichen kulturellen sowie kirchlichen Veranstaltungen für Besucher*innen des Hauses zugänglich.
Innerhalb jeder Führung berichtet die Familie Kage über die Geschichte der sechzig Menschen und möchte hiermit weiterhin liebevoll an diese und ihr Leben erinnern - sie und ihr Schicksal sollen in dieser Form nicht vergessen werden.

Für die fachliche und persönliche Beratung bei der Erstellung der Tafel und den diesbezüglichen Recherchen dankt die Familie Kage der Jüdischen Kulturgemeinde Stuttgart, der Stolpersteingruppe Göppingen, Herrn Dr. Stefan Lang, Herrn Dr. Karl-Heinz Rueß und dem Ehepaar Claudia und Wolfgang Maier.

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